Die Niederlande verfügen über eine umfangreiche Campinginfrastruktur mit rund 2.020 registrierten Campingplätzen, die sich auf alle zwölf Provinzen verteilen. Die Landschaft selbst prägt das Campingerlebnis: Das flache Gelände und die ausgedehnten Gewässersysteme des Landes - darunter der Rhein, die Maas und zahlreiche Seen, die in ehemaligen Torfabbaugebieten entstanden sind - schaffen eine ganz besondere Campingumgebung. Viele Plätze liegen an Wasserstraßen oder in der Nähe der friesischen Seen im Norden und der Erholungsseen in Nordholland und Utrecht.
Die Campingplätze in den Niederlanden lassen sich in mehrere Kategorien einteilen. Formelle Campingplätze reichen von großen Anlagen mit allen Annehmlichkeiten wie Strom, Wasser und Sanitäranlagen bis hin zu kleineren, familiengeführten Plätzen mit minimalem Service. In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Glamping-Plätzen erweitert und bietet Alternativen zum traditionellen Camping mit Zelt oder Wohnwagen. Viele Plätze sind sowohl für Zeltcamper als auch für Wohnmobilisten geeignet und verfügen über eigene Bereiche für beide. Camping auf dem Bauernhof, bei dem Besucher auf landwirtschaftlich genutzten Grundstücken übernachten, ist ein weiteres etabliertes Modell in den ländlichen Provinzen.
Geografisch ist das Land in verschiedene Regionen unterteilt. In den nördlichen Provinzen, vor allem in Friesland und Groningen, steht das Campen am See mit Segeln und Wassersport im Vordergrund. In den zentralen Provinzen um Amsterdam und Utrecht gibt es Campingplätze, die sowohl städtische Besucher als auch Besucher von Naherholungsgebieten bedienen. Südliche Provinzen wie Limburg bieten ein abwechslungsreicheres Terrain mit einigen Waldcampingplätzen, während die Küstenprovinzen Einrichtungen in Strandnähe anbieten.
Die Campingsaison konzentriert sich auf die Zeit von März bis Oktober, wobei die Spitzenzeiten von Juni bis August während der Schulferien liegen. Im Frühjahr und Herbst sind die Besucherzahlen moderat und die Preise auf vielen Plätzen reduziert. Wintercamping gibt es zwar, aber nur auf wenigen Plätzen, die ganzjährig in Betrieb sind, vor allem auf denen für Wohnmobiltouristen.
Typische Besucher sind niederländische Familien, die einen Kurzurlaub machen, europäische Touristen, die die Fahrradinfrastruktur des Landes nutzen, und Wassersportler. Viele Camper nutzen die Stellplätze als Ausgangspunkt für die Erkundung von Städten und Dörfern und bleiben nicht in erster Linie auf dem Platz. Die flache Landschaft und das ausgedehnte Radwegenetz machen Fahrradtouren von den Campingplätzen aus zu einer Standardaktivität.
In den Hochsommermonaten ist es praktisch, Campingplätze im Voraus zu buchen. Viele Plätze sind ab Mitte Juni komplett ausgebucht. Darüber hinaus sollten Besucher beachten, dass einige Campingplätze, insbesondere in beliebten Gegenden, als Mitgliederclubs betrieben werden und der Zugang für Gelegenheitsbesucher eingeschränkt ist, obwohl es in allen Provinzen zahlreiche öffentlich zugängliche Plätze gibt.